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Filippo Faes, Pianist und Dirigent

Von der Presse als einer der tiefsinnigsten und kreativsten Pianisten seiner Generation gefeiert, wurde Filippo Faes nach seinem Triumph beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund 1989 sieben Jahre hintereinander als Solist mit Orchester in die Kölner Philharmonie und in die Hamburger Musikhalle eingeladen, wo er stets vor ausverkauftem Haus spielte. Ein ähnlicher Erfolg waren seine Debüts im Gasteig in München, in der Liederhalle Stuttgart, dem Palais des Beaux Art Bruxelles, der Salle Stravinsky Montreux, Auftritte in der Kammermusikreihe der Philharmonie Berlin, im Concertgebouw Amsterdam, bei den International Recitals der BBC in London und Konzerte im Mishkenot Center in Jerusalem, unter Dirigenten wie Alun Francis, Volker Hartung, Peter Maag, Carl Melles, José Serebrier, Leon Spierer u.a.

Zur Tätigkeit als Solist gesellen sich Auftritte mit Kammermusik (mit Partnern wie Ulf Rodenhäuser, Babette Dorn, Christoph Henkel, Anna Serova, Eszter Haffner, Bruno Giuranna, Salvatore Accardo, Toby Hoffmann u.v.a.) und das Dirigieren – aber auch intensive Studien im Bereich des Melodrams gemeinsam mit Maddalena Crippa und Milena Vukotic, mit der er die Erstaufführung in italienischer Sprache von Viktor Ullmanns „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke” gestaltete. Im Juni 2009 dirigierte Filippo Faes zu Andrea Palladios 500. Geburtstag im Teatro Olimpico in Vicenza die Uraufführung von Azio Corghis neuer Oper Giocasta, mit Chiara Muti als Sprecherin und den Swingle Singers.

Zusammen mit Angela Annese und Marco Baliani schuf er eine Dramaturgie zum Manfred von Byron mit Musik von Tschaikowski, die von RAI Radio 3 übertragen und auf einigen der bedeutendsten Musik- und Theaterfestivals Italiens aufgeführt wurde. Mit „Ensemble Punto It“, dessen künstlerischer Leiter er ist, ist er laufend in innovativen Projekten engagiert, wie auch als Autor verschiedener Fernsehprogramme über Musik (z.B. der 1999 für RAI SAT produzierten und seitdem mehrfach ausgestrahlten Sendereihe seiner Conversazioni al pianoforte).

2006 war Filippo Faes Dirigent des Krasnoyarsk Chamber Orchestra in der Uraufführung von Corghis Fero dolore (in der Version für Mezzosopran, Viola und Orchester) auf einer Italien- und Russland-Tournée. Der Satelliten-TV-Sender Classica widmete diesem Ereignis eine eigene Sendung. Ebenfalls als Dirigent hat Faes Das Lied von der Erde von Mahler in der Fassung von Schönberg-Riehn auf einigen der wichtigsten Festivals Italiens aufgeführt. Im Sommer 2008 war er Pianist und Dirigent der Uraufführung von Senza vincitori né vinti von Alessandro Grego, nach einem Text von Mario Rigoni Stern und Francesco Niccolini (Sprecher: Arnoldo Foà), einem Ereignis nach einer Idee von Loris De Martin, das mit enormer Publikumswirkung im Freien, auf der Frontlinie des 1. Weltkriegs auf dem Monte Grappa, stattfand.

Dank einer Synergie mit wichtigen Finanzinstituten, die sich besonders im Kulturbereich engagieren, konnte Filippo Faes Projekte wie Che Musica parli? in Montebelluna 2006 und E se chiedessimo a Beethoven...? im Palazzo Leoni Montanari in Vicenza (seit 2006) verwirklichen, Reihen mit Gesprächskonzerten mit dem Ziel, Aktualität, Vitalität und revolutionäre Kraft der Musik zu entdecken und ihre erstaunliche Fähigkeit, zum Menschen von heute zu sprechen. Filippo Faes ist Professor für Kammermusik, Klavier und Liederinterpretation am Konservatorium Castelfranco Veneto und gibt Meisterkurse in Europa, den USA, Neuseeland und Singapur.